#39 Fördert Kreatin Krebs? | Bryan Johnson krank | Neuer Cholesterinsenker in USA zugelassen (Longevity Update August)
Im ersten Longevity-Monats-Update sortieren Markus und Laurenz ein, was im letzten Monat im Bereich Longevity und präventive Medizin wirklich relevant war. Das Format geht durch drei Kategorien: Personen, Wissen sowie Tech und Zukunft. Diesmal stehen drei Meldungen im Fokus, die viele Menschen verunsichert haben und die zeigen, wie schnell Schlagzeilen in die Irre führen können.
Themen:
- Personen: Bryan Johnsons Autoimmunerkrankung (01:49)
- Neue Studie: Fördert Kreatin Krebs? (11:11)
- Tech & Zukunft: PCSK9-Hemmer als Pille (17:41)
Show Notes
Personen: Bryan Johnsons Autoimmunerkrankung (01:49)
- Die Diagnose: Bei Bryan Johnson, dem US-Unternehmer hinter dem Projekt „Don't Die", wurde eine Autoimmungastritis festgestellt — eine Sonderform der chronischen Gastritis, bei der das eigene Immunsystem die säureproduzierenden Belegzellen des Magens angreift. Sie gilt aktuell als unheilbar.
- Warum das gefährlich ist: Der dauerhaft entzündliche Prozess in der Magenschleimhaut erhöht das Risiko, dass leichter Krebszellen entstehen — sein Risiko für eine Form von Magenkrebs ist dadurch deutlich höher.
- Kein Longevity-Schaden: Dass ausgerechnet der „gesündeste Mensch der Welt" chronisch krank wird, liegt wahrscheinlich nicht an seinen Maßnahmen. Eher entscheidend ist der Kontext: Johnson hat vor seiner Optimierungsphase ein ganzes Jahrzehnt Raubbau mit seinem Körper getrieben.
- Die Therapieansätze: Johnson versucht zwei Wege — sein Immunsystem umzutrainieren, damit es die fehlgeleiteten Zellen erkennt, und eigene Blutzellen über die Yamanaka-Faktoren in induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) zurückzuführen, um ein normales Immunsystem neu aufzubauen.
- Die Lehre: Man kann im Nachgang viel reparieren, aber es gibt einen Punkt, ab dem manche Prozesse nicht mehr umkehrbar sind. Deshalb lohnt es sich, früh auf die eigene Gesundheit zu achten.
„Man kann super viel im Nachgang versuchen zu reparieren, aber wer zu lange Raubbau treibt, kommt an einen Punkt, von dem man nicht mehr zurückkommt." – Laurenz
Neue Studie: Fördert Kreatin Krebs? (11:11)
- Was untersucht wurde: Eine neue Studie hat für Aufregung gesorgt, weil sie nahelegt, dass Kreatin Metastasierung fördert. Wichtig zur Einordnung: Es ist ein Tierversuch an Mäusen, die bereits Krebs hatten — keine Neubildung von Krebs.
- Der Mechanismus: Kreatin liefert Tumorzellen einerseits mehr Energie. Der eigentliche Grund für die Aufregung ist aber ein zweiter Weg — Kreatin aktiviert Blutplättchen, die zirkulierende Tumorzellen im Blut wie ein Schutzschild abschirmen und ihnen so helfen, sich woanders anzusiedeln.
- Tierstudie ≠ Menschenstudie: Nur weil ein zellulärer Prozess in der Maus abläuft, gilt das noch lange nicht für den Menschen. Und es ging ausschließlich um Tiere mit bestehendem Krebs.
- Für Gesunde kein Grund zur Sorge: Wer keinen Krebs hat, kann weiter bedenkenlos Kreatin nehmen — der metastasierungsfördernde Weg setzt voraus, dass bereits ein Tumor Zellen ins Blut abgibt. Kreatin bleibt eines der am besten belegten Supplements für Muskulatur und Kognition. Empfohlen werden meist rund 5 Gramm pro Tag.
- Bei aktiver Krebserkrankung: individuell entscheiden. Aus der aktuellen Evidenz lässt sich weder eine klare Empfehlung für noch gegen Kreatin ableiten — das gehört in die Absprache mit dem behandelnden Team.
„Wenn ich keinen Krebs habe, kann ich weiterhin bedenkenlos Kreatin nehmen — und durch Muskelaufbau sogar mit nachgewiesenem Effekt gegen Krebs." – Markus
Tech & Zukunft: PCSK9-Hemmer als Pille (17:41)
- Was neu ist: Der PCSK9-Hemmer, ein sehr wirksamer Cholesterinsenker, gibt es bisher nur als Spritze. Neu ist eine Variante als tägliche Tablette — zunächst in den USA zugelassen, bald auch in Europa.
- Der Mechanismus: Bisher musste der Wirkstoff gespritzt werden. Jetzt wurde er so umgebaut, dass ihn der Körper auch oral aufnimmt und dorthin transportiert, wo er wirken soll.
- Für wen es infrage kommt: In der Regel erst, wenn jemand bereits Statine nimmt, diese aber nicht ausreichen, um die Blutfette in den Zielbereich zu senken. Die Spritzen gibt es alle zwei Wochen oder einmal im halben Jahr — die Pille nimmt man täglich.
- Kosten und Kassenübernahme: Die Jahrestherapiekosten liegen bei rund 5000 Euro. Die Kasse übernimmt das erst, wenn nachgewiesen ist, dass Statine allein oder in Kombination nicht ausreichen — in Deutschland ein langwieriger Weg mit viel Papier.
- Massentauglichkeit: Eine Tablette ist einfacher herzustellen als eine Spritze. Langfristig steigt damit die Chance auf sinkende Kosten — kurzfristig bleibt es aber teuer. Ähnlich wie bei den Abnehmspritzen ist der Weg oft: erst die Spritze, dann die Pille.
„Zumindest muss man dann nicht mehr spritzen." – Markus
Weitere Neuigkeiten
Hier findest du weitere Meldungen aus den letzten Wochen zum Nachlesen.
Withings Body Scan 2: Was wird direkt gemessen?
- Die „Longevity Station": Withings hat am 09.06.26 die Body Scan 2 ausgeliefert, eine Waage für 499,95 € mit App-Abo Withings+ für 99,50 €/Jahr. Zwei Modi: ein Daily Scan (ca. 30 Sekunden) und ein Longevity Scan (ca. 90 Sekunden) mit zusätzlichem 6-Kanal-EKG.
- Solide messbare Basis: Gewicht über die Plattform, daraus der BMI. Für Muskel- und Fettmasse nutzt die Waage die bioelektrische Impedanzanalyse mit 12 Elektroden und 13 Frequenzen bis 800 kHz. Wichtig: Die Umrechnung der Rohsignale in Fett-, Muskel- und Wasserwerte legt Withings nicht offen.
- Abgeleitete Scores: Vascular Age basiert auf der Pulswellengeschwindigkeit, einem etablierten Marker für arterielle Steifigkeit — Prinzip nachvollziehbar, Gewichtung proprietär. Viszerales Fett, Heart Age und Glucose Resilience werden algorithmisch modelliert, die Formeln bleiben unveröffentlicht.
- Nerve Health Score: der interessanteste Präventionswert. Gemessen wird die elektrochemische Hautleitfähigkeit an den Fußsohlen als Rückschluss auf die Funktion kleiner autonomer Nervenfasern. Skala 0–100, Werte unter 50 gelten als niedrig.
- Kein Blutdruck: Trotz einer „Hypertension Notification" misst die Body Scan 2 keinen Blutdruck — sie erkennt nur Muster, die mit Bluthochdruck vereinbar sein könnten. Wer das Thema ernsthaft angehen will, findet die Grundlagen in Folge 5.
Luna Band und Oura Ring 5
- Luna Band: ein Wearable ganz ohne Display, direkter Konkurrent zu Whoop und Fitbit Air. Der Sensor-Stack ist Standard — der eigentliche Unterschied ist die KI-Plattform „LifeOS", die sich proaktiv per Sprachnachricht meldet. Auslieferung ab 31. Juli 2026, Preis 149 $, kein Abo.
- Oura Ring 5: Ende Mai erschienen, 40 Prozent kleiner als der Vorgänger, Preise ab 429 €. Entscheidend fürs Upgrade: Die neuen Funktionen Health Radar, GLP-1 Insights und die KI-Beratung gibt es auch für Ring 3 und 4. Ein Upgrade lohnt primär wegen Tragekomfort, nicht wegen eines neuen Biomarkers.
Hormon-Tracking für zu Hause: Mira Ultra4 und Eli Health
- Mira Ultra4: misst aus einer einzigen Urinprobe vier Werte — FSH, LH sowie E3G und PdG, die Urinmetaboliten von Östrogen und Progesteron. Ein Fluoreszenz-Analysator liest den Teststreifen aus, nach rund 16 Minuten liegen die Werte in der App als tägliche Hormonkurven vor.
- Kosten realistisch: etwa 18–22 Teststreifen pro Zyklus. Gerät mit 20 Teststäbchen 249 US-Dollar, Nachfüllpackung mit 30 Streifen 139 US-Dollar.
- Eli Health Hormometer: noch nicht verfügbar (Warteliste). Speichelteststreifen plus Smartphonekamera. Nach dem Cortisoltest sind für 2026 Progesteron und Testosteron angekündigt — hier lohnt es sich, unabhängige Validierungsdaten abzuwarten.
Zwischenfazit Gadgets: Trend-Tool statt Diagnostik
- Die Trennlinie: Direkt gemessen werden bei der Body Scan 2 Gewicht, EKG-Signale, Herzfrequenz, SpO₂-Signale und elektrische Impedanz. Abgeleitet sind dagegen Körperfett, Muskelmasse, viszerales Fett, Vascular Age, Heart Age, Glucose Resilience und Nerve Health Score.
- Konsequenz für die Praxis: als trendbasiertes Heim-Monitoring nutzen — Verlauf über Wochen und Monate, immer unter gleichen Bedingungen. Nicht als klinisch gleichwertige Diagnostik verstehen. Ein Score, der sich nicht reproduzieren lässt, ist kein Messwert, sondern ein Stimmungsbild.
Bryan Johnson: CAR-T-Pläne, Screening-Lücke und Female Health
- Der eigentliche Befund: Hinter der Autoimmungastritis stand ein über elf Jahre niedriger Eisenspeicher. Johnsons Ferritin lag im Durchschnitt bei nur etwa 38 ng/ml — im Referenzbereich, aber im unteren Bereich, gerade für jemanden mit diesem Messaufwand. Fehlende Magensäure schränkt die Eisenaufnahme ein, orale Präparate wirkten laut Johnson nicht; erst eine Infusion half.
- Experimentelle Pläne: Johnsons Team prüft eine CAR-T-Zelltherapie. Die wird bei schweren Autoimmunerkrankungen zwar experimentell untersucht, ist für Autoimmungastritis aber weder etabliert noch ausreichend geprüft — und keine harmlose Longevity-Intervention.
- Die eigentliche Lehre: Johnson war mit 48 Jahren mit dem routinemäßigen Darmkrebs-Screening im Verzug. Spezialtests ersetzen keine Basisvorsorge — wie wichtig Vorsorgekoloskopie und Krebs-Früherkennung sind, vertiefen wir in Folge 8.
- Female-Health-Baseline: Seine Partnerin Kate Tolo startete ein mehrmonatiges Programm über den gesamten Menstruationszyklus mit außergewöhnlichem Messumfang, finanziert mit rund 2,6 Millionen US-Dollar pro Jahr — mit einer Produktpipeline im Hintergrund. Fair bleibt: Frauengesundheit ist real unterforscht, ein n=1-Experiment schließt diese Lücke aber nicht.
Ben Greenfield: Dokumentarfilm und „Longevity Quotient"
- Der Kontrast: Biohacking-Unternehmer Ben Greenfield bewarb Mitte Juli seinen Dokumentarfilm „Boundless: The Man Who Became Human" — auffällig persönlich, mit Themen wie Familie, Trauer und Lebenssinn statt neuer Biohacks.
- Im selben Monat: die Kooperation „Boundless Protocols" mit dem Kliniknetzwerk Agentis Longevity, zentraler Messwert der „Longevity Quotient". Für zunächst 149 US-Dollar: über 60 Blutbiomarker und ein proprietärer Score zwischen 0 und 99, gefolgt von einer zwölfwöchigen Empfehlung für Peptide und Supplements. Agentis weist selbst darauf hin, dass der LQ ein Wellnesswert und kein diagnostischer Test ist — und ein niedriger Wert führt direkt zu kostenpflichtigen Protokollen.
FDA-Zulassung: der erste orale PCSK9-Hemmer
- Der Durchbruch: Am 16.07.26 hat die FDA den ersten oralen PCSK9-Hemmer zugelassen — Lipfendra (Wirkstoff Enlicitide) von Merck.
- Der Mechanismus: PCSK9 baut LDL-Rezeptoren in der Leber ab. Hemmt man es, bleiben mehr Rezeptoren erhalten und die Leber zieht mehr LDL aus dem Blut — ein Hebel zusätzlich zu Statinen. Wie zentral LDL und ApoB für die Herzinfarkt-Prävention sind, erklären wir in Folge 2.
- Die Einschränkung: In den Studien wurde das LDL um 56 bis 58 Prozent gesenkt, jeweils zusätzlich zur höchsten Statin-Dosis. Bewiesen ist damit die Cholesterinsenkung — die harten kardiovaskulären Endpunktdaten stehen noch aus. Die EMA prüft die europäische Zulassung.
Der Thymus wird zum Longevity-Ziel
- Warum der Thymus? Der Thymus ist das Organ, in dem T-Zellen reifen, und bildet sich ab der Pubertät zurück. Diese Involution gilt als eine der frühesten Alterserscheinungen des Immunsystems.
- Die neue Evidenz: Erstmals wurde in mehr als 27.000 Personen gezeigt, dass die Gesundheit der Thymusdrüse mit Langlebigkeit zusammenhängt. Ein per KI aus Thorax-CTs berechneter „Thymic Health Score" war mit einem 50 % geringeren Gesamtsterberisiko, 63 % geringerem kardiovaskulären Tod und 36 % geringerem Lungenkrebs-Sterberisiko assoziiert — auch nach Adjustierung für Alter, Rauchen und weitere Faktoren.
- Das Kapital: TECregen (Basel) sammelte 10 Millionen Schweizer Franken, Zag Bio (Cambridge) startete mit 80 Millionen US-Dollar. Einordnung: Kapital ist noch kein Wirkmechanismus — ein Unternehmen ohne benannten Wirkstoffkandidaten ist eine Wette, keine Therapie.
Studie: Der Muskel als Anti-Tumor-Organ
- Die Kernbotschaft: Gesunde Muskeln senden Signale aus, die Krebs verhindern können (Studie: Goh et al. 2026, Nature Communications). Der Muskel ist ein sekretorisches Organ: Er produziert Myokine und gibt sie ins Blut ab. Neu im Fokus sind extrazelluläre Vesikel (EVs), kleine Boten-Päckchen.
- Das elegante Experiment: Blockierte man bei jungen Mäusen gezielt die EV-Produktion, verhielt sich der junge Muskel wie ein alter — gab man die EVs zurück, schützte er wieder. Bewegung aktiviert diesen Signalweg erneut und bremste bei alten Mäusen das Tumorwachstum.
- Der Humanbezug: Bei bestehender Sarkopenie ist das Risiko für mehrere Krebsarten erhöht, und Sarkopenie gilt als unabhängiger Prognosefaktor für schlechteres Gesamtüberleben bei Krebspatienten. Ob Bewegung den altersbedingten Muskelabbau beim Menschen umkehrt und dadurch das Krebsrisiko senkt, ist aber weiterhin offen. Wie Ausdauertraining und Kraft konkret aufgebaut werden, behandeln wir in Folge 9.
Studie: Trainierte Muskeln altern langsamer
- Das Design: Muskelbiopsien vor und nach einer akuten Sporteinheit, in drei Gruppen — junge Erwachsene, untrainierte Ältere und trainierte Ältere (Studie: Janssens et al. 2026, Nature Aging).
- Das Ergebnis: Trainierte ältere Erwachsene hatten etwa 50 Prozent weniger der altersbedingten Veränderungen bei Genen für zelluläre Atmung und Energiestoffwechsel — sie ähnelten den Jungen deutlich stärker. Zum ersten Mal wurde auf so breiter molekularer Ebene gezeigt, welche Altersveränderungen im Muskel durch lebenslanges Training verhindert werden. Zusammen mit der Anti-Tumor-Arbeit zeigen beide Studien dasselbe Prinzip aus zwei Richtungen.
Studie: Chemische Alterung rückgängig machen (CMLase)
- Das Problem: AGEs, Produkte der Glykierung, gelten als einer der Hallmarks of Aging. CML entsteht nicht-enzymatisch, wenn Zuckerabbauprodukte mit Lysin-Resten in Proteinen reagieren — Folge sind versteiftes Kollagen und chronische Entzündungswege. Bisherige Interventionen verhindern nur die Neubildung, nicht den akkumulierten Bestand.
- Der Ansatz: Über gerichtete Evolution mit mehr als 500 Millionen getesteten Enzymvarianten wurde ein Enzym gebaut, das CML spezifisch oxidiert und die native Lysin-Struktur wiederherstellt — die „CMLase" (Studie: Trabosh et al. 2026, Nature Communications).
- Das Ergebnis: In echtem gealtertem Gewebe reduzierte die CMLase die CML-Last deutlich — über 70 Prozent in Arteriengewebe, über 55 Prozent in Haut. Wichtige Einordnung: Das ist ein Proof-of-Concept, kein Wirksamkeitsnachweis. Gezeigt ist, dass sich chemischer Schaden entfernen lässt — nicht, dass Gewebefunktion oder Gefäßsteifigkeit dadurch besser werden, und alles ex vivo, nicht im lebenden Menschen.
Studie: Kreatin und Metastasierung — die Mechanistik
- Das kontroverseste Paper des Monats: Die Studie hinter der Kreatin-Debatte zeigt den Umweg im Detail — Kreatin aktiviert die Vorläuferzellen der Blutplättchen (Studie: Xie et al. 2026, Nature Communications).
- Die zentrale Zelle: Megakaryozyten im Knochenmark nehmen Kreatin auf, was über die Kreatinkinase B und den Faktor STAT5B zur Bildung hyperaktiver Thrombozyten führt. Diese schirmen zirkulierende Tumorzellen wie ein Schutzschild ab.
- Signal, nicht Treibstoff: Gab man direkt Phosphokreatin (das Energie-Endprodukt), passierte nichts — nur das Enzym selbst löste die Genaktivierung aus. Es geht also nicht um mehr Energie.
- Die Humandaten mit Vorsicht: 11 gesunde Erwachsene nahmen 14 Tage lang täglich 20 g Kreatin — eine hohe Aufsättigungsdosis, ohne Placebo-Gruppe. Beim Menschen wurde nur die Blutplättchen-Aktivität bei Gesunden gemessen, nicht, ob bei Krebspatienten mehr Metastasen auftreten.
Kreatin und Krebs: die gesamte Datenlage
- Ambivalent schon vorher — mit Evidenz in beide Richtungen. Prometastatisch: Studie: Zhang et al. 2021 (Cell Metabolism) und Papalazarou et al. 2020 (Nature Metabolism), beide tumorzell-intrinsisch.
- Die gegenläufige Seite: Kreatin stärkt als „molekulare Batterie" die antitumorale Immunität — Studie: Di Biase et al. 2019 (Journal of Experimental Medicine) zeigt eine gestärkte CD8+-T-Zell-Antwort, Kang et al. (2026, iScience) einen ähnlichen Effekt über dendritische Zellen.
- Das Bild insgesamt: Wer am Ende profitiert, hängt von Tumorart, Krankheitsstadium und dominierendem Signalweg ab — das weiß aktuell niemand. Für Gesunde bleibt die jahrzehntelange Sicherheitsdatenlage unberührt; dass Kreatin bei Gesunden neue Tumoren entstehen lässt, gilt als unwahrscheinlich.
Hinweis: Wo sinnvoll, haben wir weiterführende Artikel und Produkte, über die wir sprechen, hier verlinkt. Wir haben mit den verlinkten Artikeln und Produkten keine Geschäftsbeziehung oder werden für die Nennung vergütet.
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