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Getting started

#5 Getting Started 5 – Warum OKAY beim Blutdruck nicht reicht (mit Marco von immocation)

Markus & Laurenz
Markus & Laurenz

Markus, Marco und Laurenz nehmen sich den Blutdruck vor – einen der wichtigsten und am häufigsten unterschätzten Werte. Die Kernbotschaft: Der „okay"-Bereich von 130–140 ist alles andere als okay. Wer langfristig auf der sicheren Seite stehen will, sollte einen Blutdruck unter 120 zu 70 anstreben – und dafür auch bereit sein, frühzeitig einzugreifen.

Themen:

  • Der neue Zielwert: 120 zu 70 (01:31)
  • Warum die Studie aus ethischen Gründen abgebrochen wurde (03:14)
  • Wie man Blutdruck richtig misst (06:34)
  • Marcos Geschichte: Belastungskopfschmerz und 269 unter Belastung (09:36)
  • Was Blutdruck mit Longevity zu tun hat (13:45)
  • Wie Blutdruckmedikamente funktionieren (18:48)
  • Woher ein erhöhter Blutdruck kommt (21:14)
  • Was Sport und Ernährung leisten – und wann sie an Grenzen stoßen (24:40)
  • Welche Medikamentenklassen es gibt (26:46)
  • Marcos 24-Stunden-Messung: vom Streber-Wert zum Extreme Dipper (33:10)

Show Notes

Der neue Zielwert: 120 zu 70 (01:31)

  • Der perfekte Blutdruck liegt bei unter 120 zu 70 mmHg
  • Die alte Einteilung war: normal / hochnormal / erhöht / Bluthochdruck
  • Vor einem Vierteljahr wurde die Leitlinie angepasst: Nur noch 120/70 gilt als perfekt – alles darüber ist „erhöht"
  • Schon der Bereich 120–130 bringt 50–60 % höheres relatives Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt mit sich – Werte, bei denen man früher noch sagte „passt schon"

Warum die Studie aus ethischen Gründen abgebrochen wurde (03:14)

  • Eine bahnbrechende Studie (SPRINT) verglich Probanden, die auf unter 120/70 eingestellt waren, mit einer Kontrollgruppe mit höherem Blutdruck
  • Die Unterschiede bei Herzinfarkten und Schlaganfällen waren so dramatisch, dass die Studie aus ethischen Gründen abgebrochen wurde
  • Wer die Probanden mit höherem Blutdruck weiterlaufen lassen würde, hätte sie sehenden Auges in tödliche Ereignisse laufen lassen

„Allein wenn ich mir die Frage stelle ‚passt mein Blutdruck noch?‘, habe ich eigentlich schon meine Antwort." – Markus

Wie man Blutdruck richtig misst (06:34)

Markus' Ansatz weicht bewusst von der offiziellen Empfehlung der Deutschen Hochdruckliga ab:

  • Offizielle Empfehlung: 2 Minuten ruhig sitzen, 3 Messungen, Mittelwert bilden – misst den Ruheblutdruck
  • Praxisnaher Ansatz: Drei Messungen über den Tag verteilt, weil der Alltag entscheidet
  • Morgens direkt nach dem Aufwachen, im Bett
  • Mittags mitten im Job, in voller Taktung
  • Abends beim Runterkommen
  • Manschetten-Geräte (~30 Euro bei Amazon) sind ausreichend genau
  • Wearables (Smartwatches mit Blutdruckfunktion) haben Schwankungen von bis zu 20 mmHg – als absolute Werte unbrauchbar, aber als Trendindikator nützlich

Marcos Geschichte: Belastungskopfschmerz unter Belastung (09:36)

  • Marco hatte beim Krafttraining wiederkehrende Belastungskopfschmerzen
  • Im Alltag lag sein Blutdruck bei 130–135 – nicht dramatisch, aber nicht ideal
  • Bei einer Belastungs-Blutdruckmessung auf dem Fahrrad: Ruhewert 127/82, unter Belastung deutlich höher
  • Mit Medikament (Candesartan 4 mg morgens) sind die Belastungskopfschmerzen seit Monaten weg

Was Blutdruck mit Longevity zu tun hat (13:45)

Erhöhter Blutdruck schädigt den Körper auf mehreren Wegen:

  • Die feinen Endgefäße in den Organen halten den hohen Druck nicht aus → schlechtere Durchblutung
  • Mehr Druck bedeutet mehr Scherbewegung an der inneren Gefäßwand → Reiz → Entzündung → Cholesterin-Ablagerungen (siehe #2 Getting Started 2 – So vermeidest du einen Herzinfarkt)
  • Erhöhter Blutdruck schwächt die Nieren langfristig
  • Bei Werten über 200/220 im Ruhezustand können Feingefäße im Gehirn platzen → Schlaganfall

Wie Blutdruckmedikamente funktionieren (18:48)

Grundprinzip: Hormone regulieren den Blutdruck, indem sie an Rezeptoren der Gefäßwände andocken und die Gefäße verengen oder weiten. Medikamente greifen an verschiedenen Stellen ein:

  • Hormone werden direkt gehemmt
  • Rezeptoren werden blockiert, sodass die Hormone nicht andocken können
  • Calcium-Kanäle werden blockiert
  • Wasser wird ausgeschieden, was den Blutdruck senkt

Woher ein erhöhter Blutdruck kommt (21:14)

Was Sport und Ernährung leisten – und wann sie an Grenzen stoßen (24:40)

  • Sport, Ernährung (kochsalzarm), Schlaf, kein Rauchen und wenig Alkohol senken den Blutdruck – aber nur in einem begrenzten Rahmen
  • Marcos Mitgründer Stefan hat 10 Maßnahmen getestet (inkl. täglich Rote-Bete-Saft) – nur 2 davon zeigten messbaren Effekt
  • Die Faustregel: Wer von 140 auf 120 will, schafft das mit Lifestyle meist allein nicht
  • Markus' Vorgehen: 3 Monate Lifestyle-Optimierung – wenn der Blutdruck dann nicht passt, kommt Medikation dazu

„Medikamente sind für mich ein bisschen wie Nahrungsergänzungsmittel. Manche Dinge kann ich mit Lifestyle allein nicht perfekt einstellen." – Markus

Welche Medikamentenklassen es gibt (26:46)

Die wichtigsten Gruppen von Antihypertensiva:

Nach Leitlinie wird oft eine Kombinationstherapie aus zwei Wirkstoffen in niedriger Dosierung eingesetzt, statt einen einzelnen hochzudosieren.

Marcos 24-Stunden-Messung: vom Streber-Wert zum Extreme Dipper (33:10)

  • Bei einer 24-Stunden-Messung kam bei Marco heraus:
  • Durchschnitt: 107/60
  • Tagsüber: 117/60
  • Nachts: 90/55
  • Markus' Einordnung: Tagwert von 117 ist ein Traumwert
  • Marco ist ein Extreme Dipper – der Blutdruck sinkt nachts um mehr als 20 % ab
  • Normal sind 10–20 % Absenkung. Wenn der Blutdruck nachts nicht absinkt, kann das auf Schlafapnoe hinweisen – einen unterschätzten Risikofaktor, der den Körper auch nachts unter Stress hält
  • Wichtig: Der Blutdruck verändert sich über die Jahrzehnte. Eine einmalige Einstellung reicht nicht – regelmäßige Kontrolle und Nachjustierung gehören dazu

Hinweis: Wo sinnvoll, haben wir weiterführende Artikel und Produkte, über die wir sprechen, hier verlinkt. Wir haben mit den verlinkten Artikeln und Produkten keine Geschäftsbeziehung oder werden für die Nennung vergütet.

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