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Kraft

#33 Pumpen im Gym für Longevity? So geht's richtig.

Markus & Laurenz
Markus & Laurenz

Pumpen ist nichts für Bodybuilder, sondern ein Kernbaustein jeder Longevity-Strategie. 
In dieser Folge erklären Markus und Laurenz, warum wirklich jeder Krafttraining machen sollte, was die Vorteile für Gesundheit und Alltag sind und wie ein konkreter Fahrplan aussieht, mit dem du starten kannst, egal wo du gerade stehst.

Themen:

  • Krafttraining ist kein Bodybuilding (00:00)
  • Die Longevity-Effekte von Muskeln (01:55)
  • Handgriffkraft messen (07:35)
  • Wie Muskeln wachsen (12:14)
  • Die fünf Grundübungen (17:35)
  • Der richtige Einstieg für dein Level (23:09)
  • Satzpausen und Verletzungen vermeiden (36:28)
  • Protein: wie viel du brauchst (42:11)
  • Supplements und die Vitamin-C-Falle (48:15)
  • Sauna, Eisbad und Gymroutinen (57:02)

Show Notes

Krafttraining ist kein Bodybuilding (00:00)

Warum kommt niemand, der lange und gut leben will, am Krafttraining vorbei – und warum ist das leichter als gedacht?

Markus und Laurenz räumen gleich zu Beginn mit einem Missverständnis auf: Beim Longevity-Ansatz geht es nicht um große Oberarme, sondern um Stabilität und Funktion. Es braucht kein spezielles Aussehen und keine Mikrooptimierung, sondern grundlegende Kraft.

  • Wer lange und gut leben will, kommt an Krafttraining nicht vorbei – es geht um Stabilität und Funktion, nicht um Optik
  • Der Longevity-Ansatz braucht kein Bodybuilding, sondern grundlegende Kraft
  • In der Einführungsfolge haben Markus und Laurenz erklärt, warum Prävention früh ansetzen muss – Muskeln sind einer dieser frühen Hebel

Die Longevity-Effekte von Muskeln (01:55)

Was bringt Muskulatur über die Optik hinaus – und warum entscheidet sie im Alter fast eins zu eins über Lebensqualität?

Muskelmasse nimmt mit jedem Lebensjahrzehnt nahezu linear ab. Wer nichts tut, verliert kontinuierlich – bis Treppen, Aufstehen oder das Hochheben der Enkel zum Problem werden.

  • Lebensversicherung Muskulatur: Der altersbedingte Muskelabbau hat einen eigenen Namen – Sarkopenie
  • Blutzucker: Je mehr Muskulatur, desto mehr Zucker zieht der Muskel aus dem Blut – das senkt das Risiko für eine Insulinresistenz und damit für Diabetes Typ 2
  • Entzündung: Mehr Muskeln gehen meist mit weniger Körperfett einher – und weniger Fettgewebe bedeutet weniger stille Entzündungsprozesse
  • Regeneration und Energie: Funktionelle Muskelmasse gibt im Alltag mehr Energie und verbessert die Erholung. Alle Effekte zusammen heben die Healthspan – die Jahre, die man gesund verbringt
  • Studienlage: Seit etwa 2016 zeigt ein stark gewachsenes Studienvolumen aus verschiedenen Ländern denselben Zusammenhang: mehr Krafttraining, besseres Verhältnis von Muskel zu Fett, mehr Stabilität

„Muskeln sind quasi eins zu eins Lebensqualität, die man im Alter hat oder eben nicht hat." – Laurenz

Handgriffkraft messen (07:35)

Gibt es einen einfachen Test, der die Gesamtkraft des Körpers abbildet – und was sollte dabei herauskommen?

Die Handgriffkraft korreliert gut mit der Gesamtkraft, weil man den eigenen Körper im Alltag ständig mithalten muss. Ein kleines Handdynamometer reicht zum Messen.

  • Der einfache Test: Die Handgriffkraft lässt sich mit einem Handdynamometer (ab ca. 20 Euro) messen
  • Zielwerte: Anzustreben ist das 90. bis 95. Perzentil im Vergleich zu Gleichaltrigen. Bei Männern beginnt der Performance-Bereich grob ab 50–55 kg, bei Frauen um 30–35 kg
  • Prognose fürs Alter: Aus dem heutigen Wert lässt sich grob ableiten, wo man kraftmäßig im Alter stehen wird. Aufbauen lässt sich vor allem bis etwa zum 30. bis 35. Lebensjahr – danach geht es primär darum, den Abbau zu verlangsamen

Wie Muskeln wachsen (12:14)

Wie entsteht neues Muskelgewebe eigentlich – und wie viel ist realistisch drin?

Es gibt zwei Denkschulen, wie Muskeln wachsen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen – entscheidend ist am Ende der vergrößerte Muskelquerschnitt.

  • Zwei Denkschulen: Die eine sieht Mikroverletzungen in den Myofibrillen, die der Körper repariert und verstärkt. Die andere betont belastungsgesteuerte Zellprozesse mit Neuanlage von Fibrillen und Zellkernen – angetrieben über Signalwege wie IGF-1 und mTOR
  • Was zählt: Egal welches Modell – Ziel ist, den Muskelquerschnitt zu vergrößern. Ob renoviert oder neu gebaut, am Ende soll ein „bezugsfertiges Haus" stehen
  • Realistisches Tempo: Zwischen 18 und 35 sind mit zwei- bis dreimal Training pro Woche über 15–20 Wochen etwa ein bis eineinhalb Kilo reine Muskelmasse drin. Im höheren Alter eher ein halbes bis ein Kilo – aber Aufbau ist bis ins hohe Alter möglich
  • Bezogen auf die reine Muskel-Trockenmasse von 30–40 kg ist das ein spürbarer Zuwachs

Die fünf Grundübungen (17:35)

Welche Übungen braucht man wirklich – und reicht das eigene Wohnzimmer als Gym?

Für den Longevity-Ansatz genügen fünf Verbundübungen, die ganze Muskelketten ansprechen. Sie lassen sich mit jedem Equipment abbilden – von Körpergewicht bis Langhantel.

  • Fünf Big Lifts genügen: eine Druckbewegung (Bankdrücken, Liegestütz), eine Zugbewegung (Rudern, Klimmzug), eine Überkopf-Druckbewegung für die Schulter, eine Kniebeuge und einen Hüftbeuger (Kreuzheben)
  • Geht überall: Ob Körpergewicht, Widerstandsbänder, Kurz- oder Langhanteln – jede Form baut Muskeln auf. Entscheidend ist, den Muskel nah ans Versagen zu bringen; ganz bis zum Muskelversagen ist nicht nötig
  • Dosis: Mindestens zweimal pro Woche je etwa eine Dreiviertelstunde, immer als Ganzkörpertraining. Pro Übung drei Sätze à sechs bis zehn Wiederholungen

Der richtige Einstieg für dein Level (23:09)

Wo fängt man an, wenn man von null kommt – oder schon Ausdauersport macht, aber keine Kraft trainiert?

Der Einstieg hängt vom Ausgangspunkt ab. Markus und Laurenz beschreiben vier Typen, für die jeweils ein anderer erster Schritt sinnvoll ist.

  • Typ 1 – noch kein Sport: Mit Eigengewicht starten, bald Widerstandsbänder ergänzen. Alle fünf Grundübungen lassen sich zu Hause abbilden. Mehr Wissenschaft braucht es am Anfang nicht
  • Typ 2 – Ausdauersportler ohne Kraft: Grundfitness ist da. Krafttraining ergänzen, das Verhältnis von Ausdauer zu Kraft ausbalancieren, mindestens zweimal pro Woche Kraft einplanen. Wie Ausdauer sinnvoll aufgebaut wird, steht in der Ausdauer-Folge
  • Typ 3 – unregelmäßig aktiv: Die fünf Übungen fest verankern, sechs bis sieben Wochen am Plan bleiben, dann variieren. Wichtig: starre Routine, Fortschritt tracken und progressive Overload – spätestens alle drei Wochen die Belastung erhöhen
  • Typ 4 – schon regelmäßig im Training: Hier lohnt der Feinschliff – Steuerung des progressiven Overloads, bewusste Regenerationstage, gelegentliche Deload-Wochen sowie der Blick auf Schlaf, Stress und Supplements
  • In sich reinhören: Je langweiliger und stabiler der Plan, desto besser. Sobald eine Übung zieht oder schmerzt, abklären lassen – etwa beim Physiotherapeuten

Satzpausen und Verletzungen vermeiden (36:28)

Wie lange pausiert man zwischen den Sätzen – und wie trainiert man von Anfang an sicher?

  • Pausenlänge: Etwa ein bis drei Minuten zwischen den Sätzen, damit der Muskel für den nächsten Satz genug Kraft hat
  • Supersätze: In der Pause eine andere Muskelgruppe trainieren spart Zeit und hält den Trainingsflow
  • Sicher trainieren: Neue Übungen von jemandem zeigen lassen, mit niedrigem Gewicht starten und sich langsam steigern. Grundsatz: Das Ego bleibt an der Eingangstür, und Übungen dürfen nicht wehtun
  • Filmen oder gute YouTube-Anleitungen helfen bei der Technikkontrolle

Protein: wie viel du brauchst (42:11)

Welche Rolle spielt die Ernährung – und wie viel Protein braucht der Muskel wirklich?

Ohne Trainingsreiz kein Muskel. Ernährung, Schlaf und Supplements wirken nur unterstützend – aber die Proteinmenge ist ein zentraler Baustein.

  • Reiz ist das A und O: Nicht nüchtern trainieren – ein paar Kohlenhydrate vorher geben dem Körper Energie für den Aufbau
  • Proteinmenge: Eine Meta-Analyse über rund 40 Studien ergab eine Spanne von 1,03 bis 2,2 g Protein pro Kilogramm Zielkörpergewicht pro Tag, mit einem Mittelwert von 1,6 g/kg. Beispiel: 90 kg × 1,6 = 144 g Protein am Tag. Menge, Timing und Qualität vertieft die Protein-Folge
  • Schlaf: Regeneration passiert vor allem im Schlaf. Er ist ein Hygienefaktor – wer zu wenig schläft, kann kaum Muskulatur aufbauen; mehr Schlaf bringt aber nicht linear mehr Muskeln

Supplements und die Vitamin-C-Falle (48:15)

Welche Supplements bringen wirklich etwas – und wo kann man sich den Muskelaufbau versehentlich sabotieren?

  • Protein-Supplement: Molkenprotein (Whey) liefert Baustoff und triggert zusätzlich zellwachstumsfördernde Prozesse (IGF-1). Vegane Proteine haben eine etwas geringere Bioverfügbarkeit, ermöglichen aber ebenfalls sehr guten Aufbau
  • Kreatin: Das am besten erforschte Supplement überhaupt. Kreatin steigert nachweislich Kraft und Muskelaufbau und unterstützt zusätzlich die Hirnfunktion
  • Magnesium: Am Abend eingenommen unterstützt es die Regenerationsprozesse im Schlaf
  • Feintuning: Koffein vor dem Training oder Beta-Alanin können für mehr Grundausdauer sorgen – nice to have, kein Muss. Die Hauptrolle spielen Protein, Kreatin und Magnesium
  • Vitamin D: Ein Vitamin-D-Mangel bremst den Muskelaufbau massiv. Mehr als ein ausgeglichener Spiegel bringt aber keinen linearen Zusatzeffekt – den Wert einmal messen lohnt sich ohnehin
  • Vitamin-C-Falle: Hochdosiertes Vitamin C kann den Muskelaufbau sogar hemmen, weil seine antioxidative Wirkung in die aufbauenden Zellprozesse eingreift. Über normale Ernährung – Obst, Gemüse – ist das kein Problem

Sauna, Eisbad und Gymroutinen (57:02)

Helfen Sauna und Eisbad beim Muskelaufbau – und wie sehen die Routinen der beiden konkret aus?

  • Eisbad nach dem Training: Fürs Muskelwachstum kontraproduktiv – Kälte fährt genau die Entzündungsreize herunter, die den Aufbau anstoßen. Für reine Regeneration ist Eisbaden gut, dann aber eher 48 Stunden nach dem Training. Sauna ohne anschließendes Kaltwasser ist der bessere Kompromiss
  • Markus' Routine: Wechselt sich mit der Partnerin ab, trainiert meist ab 19 Uhr rund eineinhalb Stunden – zwei Runden der fünf Grundübungen, inzwischen mit angehängter Ausdauereinheit, insgesamt etwa dreimal pro Woche
  • Laurenz' Routine: Kraft am Morgen, Ausdauer am Abend. Die größten Hebel waren für ihn das konsequente Tracken per App und ein kleines Home-Gym, mit dem er auf rund fünf Einheiten pro Woche kommt – plus mehr Schlaf für die Regeneration

Hinweis: Wo sinnvoll, haben wir weiterführende Artikel und Produkte, über die wir sprechen, hier verlinkt. Wir haben mit den verlinkten Artikeln und Produkten keine Geschäftsbeziehung oder werden für die Nennung vergütet.

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