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Getting started

#3 Getting Started 3 – Krebs, Alzheimer & Diabetes verhindern (mit Marco von immocation)

Markus & Laurenz
Markus & Laurenz

Nach dem Herzinfarkt in Folge 2 nehmen sich Markus, Marco und Laurenz die drei anderen Endgegner vor: Krebs, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Diabetes. Die Kernbotschaft: Alle drei Krankheitsbilder teilen einen gemeinsamen Nenner – entzündliche Prozesse im Körper. Wer dieses Milieu konsequent niedrig hält, senkt das Risiko in allen vier Bereichen gleichzeitig.

Themen:

  • Wie Krebs entsteht: Zellteilung mit Fehlausgang (01:24)
  • Entzündliches Milieu als Hauptrisikofaktor (10:57)
  • Über 30 % aller Krebserkrankungen wären vermeidbar (14:19)
  • Der Dreiklang: vermeiden, früh erkennen, behandeln (22:19)
  • Alzheimer: wenn Proteine falsch gebaut werden (26:43)
  • Geistige Fitness als Schutzfaktor (37:00)
  • Sehen, Hören und soziale Bindung – unterschätzte Hebel (42:56)
  • Diabetes: die Geschichte vom klemmenden Tor (45:24)
  • Warum Diabetes Typ 2 zu 100 % vermeidbar ist (58:13)
  • Blutzucker-Tracking als persönlicher Lerneffekt (59:45)

Show Notes

Wie Krebs entsteht: Zellteilung mit Fehlausgang (01:24)

  • Der Körper besteht aus mehreren tausend Milliarden Zellen, die sich permanent erneuern – manche täglich, manche über Monate, manche lebenslang
  • Bei jeder Zellteilung kann es zu Fehlern kommen – ein statistisches Risiko, das schon allein durch die schiere Anzahl an Teilungen relevant wird
  • Eine Krebszelle ist nicht „böse", sondern: sie hört nicht mehr auf die Stoppsignale des Körpers, teilt sich unkontrolliert und kann in andere Gewebe eindringen (Metastasierung)
  • Der Körper hat Regulationsmechanismen, die fehlerhafte Zellen normalerweise abtöten – wenn diese ausfallen, entsteht das Problem

Entzündliches Milieu als Hauptrisikofaktor (10:57)

  • Chronische Entzündungen im Körper aktivieren das Immunsystem dauerhaft – das schafft permanenten Reparatur- und Wachstumsbedarf
  • Bei jedem dieser Reparaturzyklen können Fehler in der Zellteilung entstehen
  • Das gilt nicht nur für klassische Infektionen, sondern für stille Entzündungsprozesse, die durch Lebensstil entstehen
  • Auch ein dauerhaft saures Milieu (z. B. durch chronisches Sodbrennen) reizt Zellen und kann zur Reizungskaskade führen

Über 30 % aller Krebserkrankungen wären vermeidbar (14:19)

Vier Lebensstilfaktoren senken das Krebsrisiko nachweislich:

  • Gesunde Ernährung mit Fokus auf gute Fette und Vollwertigkeit
  • Regelmäßiger Sport – wirkt direkt antientzündlich (siehe auch Folge #9 und #10)
  • Normales Körpergewicht – Fettzellen wirken proentzündlich
  • Kein Rauchen, wenig bis kein Alkohol
  • Studien zeigen: Wer diese vier Punkte einhält, senkt das Risiko für Krebserkrankungen um über 30 %
  • Wichtig: Die Zahl ist eine Risikobetrachtung. Wer alles richtig macht, kann trotzdem Krebs bekommen – aber die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer

„Du kannst alles richtig machen und trotzdem Krebs bekommen. Aber du kannst auch sehr viel beeinflussen." – Markus

Der Dreiklang: vermeiden, früh erkennen, behandeln (22:19)

Drei Stufen, in dieser Reihenfolge:

  • Vermeiden – Lifestyle-Faktoren so optimieren, dass Krebs gar nicht erst entsteht
  • Früh erkennen – Vorsorgeuntersuchungen konsequent wahrnehmen
  • Hautkrebs-Screening beim Dermatologen
  • Prostata-Untersuchung beim Urologen
  • Gynäkologische Vorsorge inkl. Brustkrebs und HPV
  • Genetische Tests bei familiärer Vorbelastung (z. B. BRCA)
  • Mehr zur Krebsvorsorge findest du in Folge 8 von Getting Started: Krebs erkennen und vermeiden.
  • Behandeln – falls Krebs auftritt, gibt es heute deutlich mehr Therapiemöglichkeiten (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Immuntherapie)

Alzheimer: wenn Proteine falsch gebaut werden (26:43)

  • Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson entstehen, wenn fehlerhaft gebaute Proteine sich im Gehirn ablagern
  • Diese Ablagerungen stören die Funktion der Gehirnzellen, weil sie die feinen Verbindungen zwischen ihnen blockieren
  • Das Phänomen gibt es auch in anderen Organen (Amyloidose) – in Leber, Herz und Lunge
  • Der Körper hat Aufräummechanismen, die solche Ablagerungen normalerweise abbauen – sie funktionieren bei manchen Menschen weniger gut, oft auch genetisch bedingt

Geistige Fitness als Schutzfaktor (37:00)

  • Geistig aktive Menschen sind nachweislich besser geschützt vor Alzheimer
  • Das geistige Niveau erreicht seinen Peak in den späten 30ern – ab dann ist der Erhalt das Ziel
  • Es geht nicht um absolutes Niveau (man muss kein Quantenphysiker sein), sondern um relative Anstrengung gegenüber dem eigenen Status quo
  • Konkrete Maßnahmen:
  • Neue Sprache oder Instrument lernen
  • Anspruchsvolle Tätigkeiten beibehalten
  • Mit Enkeln oder sonstig sozial aktiv sein
  • Ehrenamt, neue Sportarten, komplexe Aufgaben

Sehen, Hören und soziale Bindung – unterschätzte Hebel (42:56)

  • Sehen und Hören sind die größten Informationskanäle des Gehirns – wer schlecht hört oder sieht, bekommt weniger Stimulus
  • Im Alter führt das oft zu sozialem Rückzug → noch weniger Stimulus → schnellerer kognitiver Abbau
  • Wer in Großfamilien lebt oder fest in soziale Strukturen eingebunden ist, bleibt deutlich länger geistig fit
  • Ausdauertraining und vor allem Schlaf sind die wichtigsten körperlichen Faktoren – im Schlaf laufen die Aufräumprozesse im Gehirn

„Schlaf wiegt sogar stärker als Sport, wenn es um Gehirngesundheit geht – da fährt das System runter und räumt auf." – Markus

Diabetes: die Geschichte vom klemmenden Tor (45:24)

Markus erklärt den Mechanismus mit der „Stadt-Metapher":

  • Zucker im Blut sind Menschen auf den Straßen, die in die Stadt (Zelle) wollen
  • Insulin ist der Türsteher, der das Stadttor öffnet. Dafür braucht der Türsteher eine gewisse Stärke.
  • Bei Übergewicht entstehen entzündliche Prozesse → Türsteher werden „schwach" → mehr Türsteher nötig um notwendige Energie zu erzeugen, um Stadttor zu öffnen
  • Über Zeit reagiert das Tor (die Zelle) immer schlechter auf Insulin → Insulinresistenz
  • Endstadium: Die Bauchspeicheldrüse schafft die Insulinproduktion nicht mehr → Insulin muss gespritzt werden
  • Folge: Zellen bekommen nicht genug Energie → Organschäden (Niere, Leber, Nerven, Gefäße)
  • Diabetes Typ 2 verstärkt fast alle anderen Endgegner – er fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Demenz

Warum Diabetes Typ 2 zu 100 % vermeidbar ist (58:13)

  • Diabetes Typ 2 ist die einzige der Big Four, die zu 100 % vermeidbar ist – wer kein Übergewicht hat, bekommt ihn nicht
  • Und: Er ist auch reversibel. Wer Gewicht verliert, kann die Insulinresistenz auflösen
  • Tückisch: Diabetiker tun sich beim Abnehmen besonders schwer, weil ihr gesamter Stoffwechsel nicht mehr optimal läuft – ein Teufelskreis
  • Muskulatur ist der wichtigste Schutzfaktor: Muskelzellen wirken wie ein Schwamm und ziehen Zucker aus dem Blut

Blutzucker-Tracking als persönlicher Lerneffekt (59:45)

  • Ein CGM (Continuous Glucose Monitor) misst den Blutzucker im Gewebe über eine Nadel im Arm – sichtbar in einer App
  • Empfehlung: 1–2 Wochen tragen, um zu sehen, wie der eigene Körper auf verschiedene Lebensmittel reagiert
  • Die Reaktion ist hochgradig individuell: Bei manchen lässt ein alkoholfreies Weißbier den Blutzucker explodieren, bei anderen nicht
  • Wer seine eigenen Trigger kennt, kann die Ernährung passgenau anpassen – und damit die wichtigste Stellschraube für Longevity gezielt setzen

„Wenn ich mich um einen der Big Four kümmere, habe ich auf die anderen drei direkt einen positiven Effekt von locker 40–50 Prozent." – Markus

Hinweis: Wo sinnvoll, haben wir weiterführende Artikel und Produkte, über die wir sprechen, hier verlinkt. Wir haben mit den verlinkten Artikeln und Produkten keine Geschäftsbeziehung oder werden für die Nennung vergütet.

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