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#6 Getting Started 6 – Das Longevity-Blutbild (1/2) (mit Marco von immocation)

Markus & Laurenz
Markus & Laurenz

Markus, Marco und Laurenz gehen Marcos komplettes Blutbild durch – über 110 Werte, die Markus standardmäßig misst. Die Kernbotschaft: Ein „großes Blutbild" beim Hausarzt reicht für eine Longevity-Bestandsaufnahme nicht aus. Wer wirklich wissen will, wo er steht, muss gezielt nach den Werten fragen, die in Deutschland oft noch nicht standardmäßig erhoben werden – allen voran ApoB und Lp(a). In diesem Teil 1 geht es vor allem um Cholesterin, Cholesterinsenker und Blutzucker.

Themen:

  • Großes Blutbild ist nicht groß genug (01:25)
  • Referenzwerte: Standard vs. Longevity-Bereich (04:02)
  • Lp(a): der Schneeketten-Wert (06:04)
  • ApoB: der wichtigste Cholesterin-Wert, den fast keiner kennt (09:19)
  • Marcos Werte und was sie bedeuten (15:38)
  • Statin: der bewährte Cholesterinsenker (18:53)
  • Ezetimib und Bempedoinsäure: wenn das Statin nicht reicht (23:42)
  • PCSK9-Hemmer: die teure Hochpräzisionswaffe (28:22)
  • Das neue Lp(a)-Medikament am Horizont (36:32)
  • ApoE, ApoB100, Omega-3: weitere Cholesterin-Marker (37:21)
  • HbA1c: der Langzeit-Blutzucker (43:11)
  • HOMA-Index: wie effizient läuft der Zuckerstoffwechsel (52:49)

Show Notes

Großes Blutbild ist nicht groß genug (01:25)

  • Im Volksmund heißt es „großes Blutbild" – fachlich ist es eine Blutanalyse mit Differenzierung der weißen Blutkörperchen
  • Das, was Hausärzte als „großes Blutbild" abnehmen, deckt nur einen kleinen Teil der für Longevity relevanten Werte ab
  • Wer eine echte Longevity-Bestandsaufnahme will, sagt: „Ich brauche eine große Blutanalyse" – und stellt eine Wunschliste konkreter Werte zusammen
  • Markus misst standardmäßig über 110 Werte, gegliedert in Kategorien wie Blutgerinnung, Blutzucker, Eisen, Eiweiß, Entzündungen, Fette etc.

Referenzwerte: Standard vs. Longevity-Bereich (04:02)

  • Jedes Labor hat eigene Referenzwerte, weil die Messmethoden leicht abweichen
  • Standard-Referenzwerte sind so kalibriert, dass Krankheiten ausgeschlossen werden – nicht, dass man im optimalen Bereich liegt
  • LONGGAME nutzt eigene, deutlich strengere Referenzwerte mit Longevity-Fokus
  • Interessanter Fakt: Dass Laien sich selbst mit Blutanalysen beschäftigen, ist erst seit drei bis fünf Jahren ein Thema – vorher war das ein rein ärztliches Werkzeug

Lp(a): der Schneeketten-Wert (06:04)

  • Lipoprotein(a) ist ein genetisch festgelegter Risikofaktor (siehe Folge 2 – „Schneeketten an den Autos")
  • Einmal messen reicht – der Wert ändert sich im Leben nicht
  • Ampelsystem:
  • Unter 30 mg/dl: grün
  • 30 bis 50 mg/dl: gelb
  • Über 50 mg/dl: rot
  • Marco hat Werte von 56 und 65 mg/dl – also klar im roten Bereich
  • Kosten der Untersuchung: nur 20–30 Euro – wird aber standardmäßig nicht abgenommen
  • Wer einen erhöhten Lp(a)-Wert hat, sollte Familienmitglieder informieren – der Wert ist erblich

ApoB: der wichtigste Cholesterin-Wert, den fast keiner kennt (09:19)

  • Apolipoprotein B ist der präziseste Wert zur Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos
  • Standardmäßig misst der Hausarzt nur Gesamtcholesterin, HDL und LDL – ApoB muss man explizit fordern
  • Studienlage stützt sich historisch auf LDL, deshalb hat sich ApoB noch nicht durchgesetzt – wird aber kommen
  • Referenzwerte für ApoB:
  • Ohne Risikofaktoren: unter 100 mg/dl
  • Aggressiver Longevity-Ansatz: unter 90 mg/dl
  • Mit Ablagerungen (wie bei Marco): konsequent unter 50 mg/dl

„Jeder, der hier zuhört, muss um sein Herzinfarktrisiko zu managen, sein ApoB managen." – Markus

Marcos Werte und was sie bedeuten (15:38)

  • Marcos ApoB im Mai 2025: 60 mg/dl, im November: 61 mg/dl, zuletzt: 52 mg/dl
  • Hochgerechnet auf seine 30er Jahre (vor Lifestyle-Anpassung): vermutlich 100–110 mg/dl
  • Sein gutes ApoB war wahrscheinlich seine „Lebensversicherung" – trotz Rauchen und hohem Lp(a) blieben die Ablagerungen begrenzt
  • Mit Cholesterinsenker liegt Marco jetzt im optimalen Zielbereich
  • Beim nächsten Herz-CT in vier Jahren erwartet Markus keine neuen Ablagerungen

Statin: der bewährte Cholesterinsenker (18:53)

  • Statine sind die am längsten erforschte Klasse von Cholesterinsenkern – seit ca. 30 Jahren in Anwendung
  • Wirkungsmechanismus: Eingriff in den Cholesterinstoffwechsel der Leberzelle
  • Mögliche Nebenwirkungen: Muskelkrämpfe, Leberwert-Erhöhung
  • Kontrollwerte nach 6–8 Wochen: CK-Wert (Kreatinkinase) und Leberwerte
  • Praktischer Hinweis: Der CK-Wert kann durch Krafttraining am Vortag deutlich erhöht sein – also nicht vor der Blutentnahme intensiv trainieren
  • Kosten: ca. 15 Euro für eine 100er-Packung Tabletten

Ezetimib und Bempedoinsäure: wenn das Statin nicht reicht (23:42)

  • Ezetimib: blockiert die Cholesterin-Aufnahme aus dem Darm
  • Bempedoinsäure: wirkt ähnlich wie Ezetimib, aber eine Stufe früher im Stoffwechsel
  • Markus selbst nimmt Statin + Ezetimib + Bempedoinsäure – kommt damit auf ApoB von 62 mg/dl (sein Ziel: 55)
  • Markus' Statin-Geschichte: Bei 20 mg Statin starke Krämpfe, bei 10 mg verträglich – musste daher Kombinationstherapie wählen

PCSK9-Hemmer: die teure Hochpräzisionswaffe (28:22)

  • PCSK9-Hemmer senken den Cholesterinwert um 50–60 % als Monotherapie
  • Werden als Spritze verabreicht – entweder alle 2 Wochen oder einmal halbjährlich
  • Jahreskosten: ca. 5.000 Euro
  • Krankenkasse zahlt nur bei harter Indikation: 3 Statine nachweislich nicht vertragen, Kombi mit Ezetimib/Bempedoinsäure ausgeschöpft, Lifestyle angepasst
  • Datenlage: ca. 12 Jahre Forschung, 8 Jahre Anwendung im Menschen
  • Laurenz zitiert: „Statine sind the devil we know, PCSK9 ist the devil we don't know" (→ Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist damit, dass PCSK9-Hemmer bisher besser wirken als Statine, wir aber noch nicht lange Daten hierzu haben. Bei Statinen wissen wir die Begrenzungen sehr genau, weil wir seit Jahrzehnten Daten dazu haben.)

Das neue Lp(a)-Medikament am Horizont (36:32)

  • Es wird voraussichtlich noch dieses Jahr (Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile wird von Anfang 2027 ausgegangen) ein Medikament (Lepodisiran) auf den Markt kommen, das die Lp(a)-Produktion verhindert
  • Mechanismus: Die „Schneeketten" werden gar nicht erst gebaut
  • Für das Viertel der Bevölkerung mit erhöhtem Lp(a) wäre das ein Game-Changer
  • Sobald in Deutschland verfügbar, will Marco es nutzen

ApoE, ApoB100, Omega-3: weitere Cholesterin-Marker (37:21)

  • ApoB100: genetische Variante, kann das Risiko zusätzlich erhöhen
  • ApoE: DNA-Analyse mit drei Allelen (2, 3, 4)
  • Allel 2: höheres Atherosklerose-Risiko
  • Allel 4: höheres Demenz-Risiko
  • Allel 3: der gewünschte „Schutz-Typ"
  • Marco hat ApoE 3/3 – die optimale Konstellation
  • Omega-3-Index: Sollte über 8 % liegen. Die meisten Menschen sind unterversorgt
  • ApoA1: Quotient zu ApoB als zusätzlicher Marker – aber für die Praxis ist ApoB allein ausreichend

HbA1c: der Langzeit-Blutzucker (43:11)

  • Der HbA1c-Wert zeigt den Zuckerstoffwechsel der letzten 3–4 Monate
  • Mechanismus: Zucker hängt sich chemisch an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen – diese leben ca. 120 Tage
  • Referenzwerte:
  • Schulmedizin: unter 5,7 % = normal
  • Diabetes: ab 6,5 %
  • LONGGAME-Zielwert: unter 5,5 %
  • Studienoptimum: ca. 4,9 %
  • Im Bereich 5,7–6,5 % beginnt bereits eine Insulinsensitivitätsstörung – Diabetes ist im Anmarsch
  • Der Wert reagiert auf Kohlenhydrate generell – nicht nur auf Zucker. Auch Nudeln, Brötchen, Kartoffeln zählen

„Es gibt den Spruch: Wer viel misst, misst viel Mist. Aber allein zu wissen, was ein HbA1c-Wert ist und dass ich da nicht abkacken will – das verändert einen." – Marco

HOMA-Index: wie effizient läuft der Zuckerstoffwechsel (52:49)

  • Der HOMA-Index setzt nüchtern gemessenes Insulin und Glucose ins Verhältnis
  • Misst die Insulinsensitivität – wie gut der Körper auf Insulin reagiert
  • Markus' Bild: Wie der Spritverbrauch je 100 km. Je niedriger, desto effizienter der Stoffwechsel
  • Referenzwerte:
  • Standard: unter 2
  • Longevity-Zielwert: unter 1,5
  • Wichtig: Wert muss nüchtern gemessen werden – sonst total verfälscht
  • Snapshot-Aufnahme: spiegelt den aktuellen Stoffwechselzustand, nicht die letzten Wochen

Mehr zum Thema Diabetes und Insulinresistenz findest du in Folge 3 von Getting Started Krebs, Alzheimer & Diabetes verhindern

Hinweis: Wo sinnvoll, haben wir weiterführende Artikel und Produkte, über die wir sprechen, hier verlinkt. Wir haben mit den verlinkten Artikeln und Produkten keine Geschäftsbeziehung oder werden für die Nennung vergütet.

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