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Schlaf

#13 Getting Started 13 – Warum du Schlaf wie deinen Beruf behandeln solltest

Markus & Laurenz
Markus & Laurenz

Schlaf ist eine der wichtigsten Longevity-Säulen. In dieser Folge des LONGGAME-Podcasts besprechen Markus und Laurenz, warum Schlaf nach dem Vermeiden grober Fehler der stärkste Hebel für langfristige Gesundheit ist, was im Schlaf wirklich passiert und wie man ihn systematisch verbessern kann – auch unter schwierigen Alltagsbedingungen.

Themen:

  • Warum Schlaf nach den Big Fails der wichtigste Longevity-Hebel ist (00:00)
  • Was schlechter Schlaf konkret mit dem Körper macht – Studien und Risiken (04:57)
  • Was guten Schlaf ausmacht – und was ihn zerstört (07:50)
  • Optimale Schlafdauer, Altersunterschiede und Ausnahmen (10:07)
  • Zirkadianer Rhythmus: Wie Licht den Schlaf steuert (16:07)
  • Schlafphasen: Non-REM, Tiefschlaf und REM erklärt (19:05)
  • Koffein, Essen und Alkohol am Abend (27:09)
  • Sport vor dem Schlafen: Wann es geht, wann nicht (34:17)
  • Schlafroutinen: Warum Gleichmäßigkeit entscheidend ist (36:20)
  • Die Schlafumgebung: dunkel, ruhig, kühl (45:19)
  • Schlaf mit kleinen Kindern: Trade-offs bewusst treffen (51:10)
  • Schlaf-Supplements: Einsatz, Wirkung und Dosierung (59:59)
  • Schlafapnoe: Ursachen, Risiken, Diagnose und Behandlung (01:06:46)
  • Wearables und smarte Betten: Was sie wirklich leisten (01:26:06)
  • Persönliche Schlafroutinen von Markus und Laurenz – ehrlich und ungeschönt (01:35:31)

Show Notes

Warum Schlaf der zweitwichtigste Longevity-Hebel ist (00:00)

Warum ist Schlaf Teil einer Longevity-Strategie? Und wie hoch steht er wirklich in der Prioritätenliste?

„In dieser Zeit muss irgendetwas Wichtiges passieren – sonst hätte die Evolution den Schlaf längst aus dem Tagesablauf gestrichen. Ein Drittel meines Lebens schlafe ich. Das kann kein Zufall sein." – Markus

  • In der Longevity-Hierarchie steht Schlaf direkt hinter dem Vermeiden der Big Fails (wie z.B. Rauchen, zu viel Alkohol). Noch vor Sport, Ernährung, Supplements oder medizinischen Interventionen
  • Der einfachste Beweis: Ein Drittel des Lebens verbringen wir schlafend. Wäre diese Zeit nicht essenziell, hätte die Evolution sie längst abgeschafft
  • Was in dieser Zeit passiert – Regeneration, Reparatur, Aufräumen –, ist für den Körper so wichtig, dass kein anderer Zeitslot es leisten kann
  • Wer den Schlaf optimiert, hat einen der größten Hebel für langfristige Gesundheit gefunden – noch vor Fancy-Therapien oder teuren Supplement

Was schlechter Schlaf konkret mit dem Körper macht (04:57)

Was passiert im Körper, wenn man dauerhaft schlecht oder zu wenig schläft? Die Studienlage ist hier ungewöhnlich eindeutig.

Markus zeigt, dass schlechter Schlaf kein abstraktes Risiko ist, sondern direkt mit den Erkrankungen zusammenhängt, die die meisten Menschen im Alter fürchten. Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Depressionen, Entzündungen im Körper – all das wird durch schlechten oder zu kurzen Schlaf begünstigt oder ausgelöst.

  • Eine US-Studie mit über 10.000 Teilnehmern (2018) belegte: Zu wenig Schlaf erhöht das Herzerkrankungs-Risiko nachweislich
  • Eine Meta-Analyse (2021) zeigte den Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und Depressionen sowie psychischen Veränderungen
  • Eine deutsche Studie (2019) wies nach, dass schlechter Schlaf systemische Entzündungsprozesse im Körper auslöst – ein Haupttreiber von Krebs und Herzerkrankungen
  • Schlechter Schlaf beeinträchtigt außerdem den Muskelaufbau und damit einen weiteren zentralen Longevity-Hebel
  • Praktisch alle vier großen Krankheitsbilder, die wir vermeiden wollen (die „Big Four"), tauchen in der Schlaf-Forschung auf

Was guten Schlaf ausmacht – und was ihn zerstört (07:50)

Was müsste man eigentlich tun, um garantiert schlecht zu schlafen? Diese umgekehrte Perspektive macht die wichtigsten Stellschrauben sofort sichtbar.

Die Liste der Schlaf-Killer liest sich wie eine typische Abendroutine vieler Menschen: Kaffee am Nachmittag, intensiver Sport kurz vor dem Einschlafen, blaues Licht vom Handy oder Laptop, Arbeit im Bett, unregelmäßige Schlafenszeiten, Alkohol als Einschlafhilfe. Wer diese Punkte weglässt, hat bereits die Basis für guten Schlaf gelegt.

  • Koffein: Mindestens vier bis sechs Stunden vor dem Schlafen kein Koffein mehr. Je nach Stoffwechsel wirkt es bis weit in die Nacht hinein – nicht nur beim Einschlafen, sondern auch auf die Schlafqualität
  • Essen: Schwere, kohlenhydratreiche Mahlzeiten kurz vor dem Schlafen zwingen den Körper zu verdauen, genau dann, wenn er eigentlich runterfahren soll
  • Alkohol: Entspannt zwar beim Einschlafen, zerstört aber die Schlafqualität, weil der Körper den Alkohol noch abbauen muss
  • Intensiver Sport: Kurz vor dem Schlafen peitscht den Kreislauf hoch – das Einschlafen verzögert sich deutlich
  • Blaues Licht: Bildschirme kurz vor dem Schlafen signalisieren dem Körper, dass es noch Tag ist – die Melatonin-Ausschüttung wird gehemmt
  • Unregelmäßigkeit: Wechselnde Schlafenszeiten bringen den Körper aus dem Rhythmus – er weiß nicht, wann er welche Prozesse einleiten soll

Wie lange sollte man schlafen? Schlafdauer, Alter und Ausnahmen (10:07)

Wie viel Schlaf braucht ein gesunder Erwachsener tatsächlich? Und was gilt für verschiedene Lebensphasen?

Der empfohlene Bereich liegt bei sieben bis neun Stunden – nicht als grobe Faustregel, sondern als wissenschaftlich belegte Spanne. Eine chinesische Studie (2021) zeigte, dass unter sieben Stunden das Herzerkrankungs-Risiko deutlich steigt. Gleichzeitig gilt: Wenn der Körper von alleine aufwacht und sich erholt anfühlt, ist das die individuelle Schlafdauer.

  • Sieben bis neun Stunden sind der empfohlene Bereich für Erwachsene
  • Wichtig: Es geht um tatsächliche Schlafzeit, nicht um Zeit im Bett. Dösen, Lesen oder Handy-Scrollen zählen nicht
  • Babys brauchen bis zu 15 Stunden, Kleinkinder 11–13, Schulkinder rund 9–11 Stunden
  • Ab dem Erwachsenenalter pendelt sich der Bedarf auf 7–9 Stunden ein und sinkt erst ab etwa 70 Jahren leicht
  • Wer unter Stress früher aufwacht und sich nicht erholt fühlt: In solchen Phasen können Supplements sinnvoll sein, um auf die nötige Erholungszeit zu kommen
  • Ausschlafen am Wochenende ist kein Problem, in einer idealen Welt sollte die Abweichung nicht größer als eine Stunde sein. Das ist aber eine kleinere Optimierung und kann auch mal getrost am Wochenende über Bord geworfen werden

Zirkadianer Rhythmus: Wie Licht den Schlaf steuert (16:07)

Was ist der zirkadiane Rhythmus – und warum ist er so entscheidend für guten Schlaf?

Markus erklärt, dass der Körper seinen Schlaf-Wach-Rhythmus über Licht und Dunkelheit steuert – genauer gesagt über die Hormone, die dadurch ausgeschüttet werden. Dunkelheit triggert Melatonin, das den Körper auf Schlaf vorbereitet. Licht triggert Cortisol, das den Körper wieder aufweckt. Blaues Licht am Abend stört diesen Mechanismus.

  • Dunkelheit → Melatonin-Ausschüttung → Körper schaltet auf Schlafmodus
  • Tageslicht am Morgen → Cortisol → Körper wird wach und startet den Tag
  • Blaues Licht vom Bildschirm abends hemmt die Melatonin-Ausschüttung – der Körper denkt, es ist noch Tag
  • Tageslichtlampen am Morgen können helfen, den zirkadianen Rhythmus zu stabilisieren und wacher zu werden
  • Anekdote aus Lappland: Kinder wurden bereits am frühen Nachmittag müde, weil es dort im Winter schon um 14:30 Uhr dunkel war – ein direkter Beweis, wie stark Licht den Körper steuert

Schlafphasen: Non-REM, Tiefschlaf und REM erklärt (19:05)

Aus welchen Phasen besteht Schlaf – und was passiert in jeder davon?

Ein Schlafzyklus dauert etwa 90 Minuten und wiederholt sich fünf bis sieben Mal pro Nacht. Er besteht aus der Non-REM-Phase und der REM-Phase.

Non-REM-Schlaf gliedert sich in drei Unterphasen:

  • N1 (1–7 Minuten): Leichtschlaf, noch sehr leicht erweckbar. Der Körper beginnt, Herzfrequenz und Körperfunktionen herunterzufahren. Typisches Beinzucken tritt hier auf
  • N2 (10–25 Minuten): Der Körper fährt Puls und Temperatur weiter herunter. Starke hormonelle Regulation bereitet den Körper auf den Tiefschlaf vor
  • N3 – Tiefschlaf (20–40 Minuten): Die „Müllabfuhr" des Körpers. Regenerations- und Reparaturprozesse laufen auf Hochtouren. Schwer erweckbar, langsame Gehirnwellen – daher auch „Slow-Wave-Sleep" genannt

REM-Schlaf (Rapid Eye Movement):

  • Macht 20–25 % des Schlafzyklus aus
  • Die Traumphase – der Körper lähmt die Muskulatur (Schlafparalyse), damit man seinen Traum nicht motorisch auslebt. Nur die Augenmuskeln sind aktiv
  • Der REM-Anteil steigt mit jedem Zyklus im Laufe der Nacht
  • Warum wir träumen, ist noch nicht vollständig geklärt – aber 20–25 % der gesamten Schlafzeit sind kein Zufall

Wichtig: Es ist nicht entscheidend, in welcher Phase man aufwacht. Die Gesamtschlafzeit zählt – nicht der perfekte Zeitpunkt innerhalb des Zyklus.

Grafik 1: Typische Schlafarchitektur


Quelle: Gesellschaft zur Heilung von Schlafapnoe

Koffein, Essen und Alkohol am Abend (27:09)

Wie groß ist der Einfluss von Koffein, Abendessen und Alkohol auf den Schlaf wirklich?

Koffein:

  • Mindestens vier bis sechs Stunden vor dem Schlafen kein Koffein mehr
  • Der Einfluss variiert stark je nach Stoffwechsel. Manche reagieren kaum, andere schlafen bereits nach einem Kaffee nach 14 Uhr schlechter
  • Koffein ist nicht nur ein Einschlaf-, sondern auch ein Schlafqualitätsthema: Es verschiebt alle nachfolgenden Prozesse

Abendessen:

  • Schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafen erzwingen Verdauungsarbeit, wenn der Körper eigentlich runterfahren soll
  • Ideal: Abendessen vier Stunden vor dem Schlafengehen, eher leicht und proteinbetont
  • Wichtig ist vor allem die Menge – zu große Portionen belasten, egal was drin ist
  • Kontinuierliches Blutzucker-Monitoring zeigt: Spätabendliche Mahlzeiten führen zu erheblichen Blutzuckerschwankungen in der Nacht – obwohl man schläft und „nichts tut"

Alkohol:

  • Alkohol entspannt und hilft beim Einschlafen – zerstört aber die Schlafqualität, weil der Körper ihn nachts noch abbaut
  • Das Glas Rotwein am Abend als Einschlafhilfe ist ein weit verbreiteter Mythos
  • Wer Alkohol trinkt, sollte einen möglichst großen zeitlichen Abstand zum Schlafengehen einhalten

Sport am Abend: Trade-offs und wann es okay ist (34:17)

Intensiver Sport kurz vor dem Schlafen macht das Einschlafen schwerer – aber was ist der richtige Umgang, wenn abends der einzige freie Slot ist?

Markus empfiehlt als Faustregel mindestens zwei Stunden Abstand zwischen intensivem Sport und dem Schlafen. Sanfte Bewegung wie Yoga oder leichtes Dehnen ist dagegen kein Problem – sie kann sogar als Einschlafvorbereitung helfen.

„Lieber Sport mit etwas schlechterem Schlaf als gar kein Sport. Das ist der Trade-off, den ich bewusst eingehe." – Markus

  • Mindestens zwei Stunden Pause zwischen intensivem Training und dem Schlafen anstreben
  • Sanfte Bewegung (Yoga, Dehnen) kurz vor dem Schlafen ist in Ordnung – kein Kreislauf-Hochfahren
  • Wer abends den einzigen freien Trainingsslot hat: Lieber trainieren und etwas später einschlafen, als gar nicht trainieren
  • An Trainingstagen damit rechnen, dass das Einschlafen etwas länger dauert

Schlafroutinen: Warum Gleichmäßigkeit entscheidend ist (36:20)

Was bringt eine Schlafroutine eigentlich – und wie baut man eine auf, die auch wirklich funktioniert?

Markus erklärt das Prinzip anhand von Kleinkindern: Nicht ohne Grund gibt es bei Babys feste Schlafrituale. Der Körper lernt, auf bestimmte Signale hin die Schlafprozesse einzuleiten. Das funktioniert genauso bei Erwachsenen.

„Man sollte sich selbst wie ein Kleinkind behandeln. Immer das gleiche Schema – und der Körper fährt von alleine runter." – Markus

  • Feste Einschlafzeit und eine wiederkehrende Abfolge von Aktivitäten signalisieren dem Körper: Jetzt kommt der Schlaf
  • Gedanken aufschreiben, die sonst im Bett kreisen, kann helfen, den Kopf freizumachen – man weiß, dass man sich morgen darum kümmern wird
  • Akkupressurmatten können eine wirkungsvolle Einschlafhilfe sein: Die Stacheln lenken die Aufmerksamkeit auf den Körper, regen die Durchblutung an und erzeugen einen tiefen Entspannungseffekt
  • Die Routine selbst ist zweitrangig – ob Yoga, Lesen, Meditation oder ein ruhiger Moment am Fenster: Entscheidend ist die Regelmäßigkeit
  • Auch auf Reisen oder im Flieger: Wer seine Schlafroutine beibehält (Zähne putzen, gleiche Reihenfolge), schläft oft deutlich besser

Die Schlafumgebung: dunkel, ruhig, kühl (45:19)

Wie muss ein Schlafzimmer idealerweise eingerichtet sein – und was bedeutet „dunkel" wirklich?

Dunkel:

  • Das Zimmer sollte so dunkel sein, dass man die eigene Hand vor dem Gesicht nicht sehen kann – nicht nur etwas abgedunkelt
  • Bereits ein leuchtender Wecker oder Standby-Lichter stören den Schlaf
  • Wer keine Verdunkelungsvorhänge hat: Eine gute Schlafmaske ist ein einfacher und effektiver Ersatz

Ruhig:

  • Umgebungsgeräusche – Geschirrspüler, Straßenlärm, schnarchende Schlafpartner – verschlechtern die Schlafqualität messbar
  • Ohrstöpsel können helfen, sind aber gewöhnungsbedürftig
  • Das Thema Schnarchen des Partners oder der Partnerin ist gesellschaftlich tabuisiert – dabei kann das Schlafen in getrennten Zimmern in bestimmten Phasen für beide besser sein

Kühl:

  • Der Körper muss seine Körperkerntemperatur senken, um in den Tiefschlaf zu kommen. Ein warmes Zimmer verhindert das
  • 15–17 Grad Raumtemperatur gelten als ideal
  • Zu kalt ist aber auch kontraproduktiv – wer friert, schläft unruhig

Schlaf mit kleinen Kindern: Trade-offs bewusst treffen (51:10)

Kleinkinder und guter Schlaf – wie geht man damit um, wenn die Situation einfach nicht optimal ist?

Markus teilt seinen eigenen Umgang damit: Er schläft mit beiden Kindern im Bett, weiß, dass er dadurch schlechter schläft, und hat dennoch bewusst entschieden, diese Phase so zu leben. Der Grund ist nicht Schlafoptimierung, sondern ein emotionaler: Die Zeit, in der die Kinder freiwillig ins Elternbett kommen, ist begrenzt.

  • Schlechter Schlaf durch Kinder ist ein bewusster Trade-off – kein Versagen
  • Praktische Helfer: Matratze für die Kinder im Elternschlafzimmer, größeres Bett, abwechselndes Schlafen in verschiedenen Zimmern
  • An Tagen mit wichtigen beruflichen Anforderungen kann es sinnvoll sein, dass ein Elternteil in ein ruhigeres Zimmer ausweicht
  • Das LONGGAME-Konzept gilt auch hier: Wissen, welche Trade-offs man eingeht – und dann bewusst entscheiden

Schlaf-Supplements: Einsatz, Wirkung und Dosierung (59:59)

Supplements können den Schlaf unterstützen – aber nur, wenn die Grundlagen stimmen. Wer schlechte Schlafhygiene mit Supplements kompensieren will, wird enttäuscht werden.

„Supplements sind keine Medikamente. Sie können unterstützen – aber nur, wenn die Hausaufgaben gemacht wurden." – Markus

Markus beschreibt fünf Supplements, die in Kombination einen echten Effekt haben können, sobald die wichtigsten Schlaffaktoren bereits berücksichtigt sind:

  • Magnesium (400–600 mg, abends): Entspannende Wirkung auf Muskeln und Nervensystem. Magnesiumbisglycinat oder -malat sind gut verträgliche Formen. Magnesiumcitrat kann bei manchen zu Verdauungsproblemen führen
  • Glycin (3 g, abends): Senkt die Körperkerntemperatur und unterstützt so die Schlafinduktion – der Körper bekommt das Signal, jetzt in den Ruhemodus zu wechseln
  • L-Theanin (200 mg, abends): Reduziert Gedankenkreisen und innere Aktivität. Schirmt den Geist ab und erleichtert das Loslassen
  • Apigenin (25–50 mg, abends): Senkt Herzfrequenz und innere Erregung, unterstützt einen ruhigeren Einstieg in den Schlaf
  • Melatonin (1–2 mg): Das körpereigene Schlafhormon – sinnvoll als kurzfristige Unterstützung, z. B. bei Jetlag, neuen Schlafrhythmen oder unruhigen Phasen. Nicht zur Dauereinnahme geeignet. (Der Körper produziert selbst nur ca. 0,2 mg Melatonin)

Schlafapnoe: Ursachen, Risiken, Diagnose und Behandlung (01:06:46)

Schlafapnoe ist eine der gefährlichsten und gleichzeitig am häufigsten unerkannten Erkrankungen im Bereich Schlaf. Akademische Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen fünf und 25 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen sind – viele davon ohne es zu wissen.

Was ist Schlafapnoe?

Atemaussetzer in der Nacht, die mehrere Sekunden bis zu 15 Sekunden dauern und sich bis zu 20-mal pro Stunde wiederholen können. Der Körper reagiert jedes Mal wie auf einen Notfall: Puls hoch, Blutdruck hoch, Stresshormone hoch – mitten im Schlaf, ohne dass man es bewusst wahrnimmt.

Formen der Schlafapnoe:

  • Zentrale Schlafapnoe: Das Atemzentrum im Gehirn sendet zeitweise keine Signale – seltenere und schwerer behandelbare Form
  • Periphere (obstruktive) Schlafapnoe: Häufigste Form. Gaumenmuskulatur und Zunge erschlaffen im Schlaf und verlegen die Atemwege. Übergewicht, besonders Bauchfett, verstärkt diesen Effekt erheblich

Wie erkennt man es?

  • Die Betroffenen selbst merken oft nichts – Schlafpartner können Hinweise geben (Schnarchen, Atemaussetzer)
  • Zeichen im Alltag: anhaltende Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf, das Gefühl, nie wirklich erholt zu sein
  • Wearables mit Sauerstoffsättigung können erste Hinweise liefern – mehrfache Abfälle unter 90 % in der Nacht sind ein klares Warnsignal
  • Diagnose: Polysomnographie-Gerät vom Lungen- oder HNO-Arzt zum Heimmessen; genaue Diagnose im Schlaflabor

Behandlung:

  • Gewichtsreduktion: Kann bei der häufigsten Form die Erkrankung vollständig beheben
  • Unterkieferschiene: Bringt Spannung in Gaumen und Mundbodenmuskulatur, hält die Atemwege offen
  • CPAP-Maske: Beatmungsmaske, die Atemaussetzer überbrückt – sehr effektiv, aber für viele schwer zu tolerieren
  • Chirurgische Eingriffe: In seltenen, schweren Fällen eine Option

Wearables und smarte Betten: Was sie wirklich leisten (01:26:06)

Apple Watch, Whoop, Oura Ring, smarte Betten – wie viel helfen diese Geräte wirklich beim Thema Schlaf?

Markus empfiehlt, Wearables vor allem für die Trendanalyse zu nutzen – nicht für die absolute Bewertung einzelner Nächte. Die Technologie dahinter (Herzschlag → Atemrhythmus → Schlafphasen) ist dreifach indirekt und damit zu ungenau für verlässliche Schlafphasen-Auswertungen.

  • Wearables messen Herzschlag, leiten daraus Atemrhythmus ab und schließen darauf auf die Schlafphase – dreifach indirekt, daher ungenau
  • Trefferquote bei Schlafphasen: ungefähr wie ein Münzwurf
  • Sinnvoller Einsatz: Trends über 5–10 Tage beobachten. Verändert sich die Schlafdauer systematisch? Gibt es Muster?
  • Eigenes Körpergefühl bleibt entscheidend: Wer morgens zu 70–80 % fit aufwacht und im Laufe des Vormittags auf volle Energie kommt, hat gut geschlafen – egal was das Wearable sagt
  • Smarte Betten (z. B. 8Sleep): Können Schlafumgebung aktiv anpassen (Temperatur, leichtes Anheben bei Schnarchen), sind aber teuer und kein Ersatz für die Grundlagen
  • Fazit: Wearables und smarte Betten sind unterstützende Tools – sie ersetzen nicht die Schlafhygiene, Routine und Umgebungsoptimierung

Persönliche Schlafroutinen von Markus und Laurenz (01:35:31)

Wie sehen die Schlafroutinen der beiden Hosts selbst aus – und wo weichen sie vom Optimal-Szenario ab?

Markus:

  • Arbeitet abends noch nach, wenn die Kinder im Bett sind – aber bewusst im Wohnzimmer, nicht im Schlafzimmer
  • Hält eine halbe Stunde Cooldown zwischen Arbeit und Schlaf ein – kein Handy, kein Bildschirm mehr
  • Schläft mit den Kindern im Bett, weiß, dass das den Schlaf unruhiger macht, hat sich bewusst dafür entschieden
  • Trainiert abends, wenn möglich, und nimmt dafür in Kauf, etwas später einzuschlafen
  • Isst abends bewusst wenig – hat die Schlafqualität deutlich verbessert
  • Nutzt die Akkupressurmatte bei stressigen Phasen als gezielten Reset

Laurenz:

  • Geht um 20 Uhr ins Bett, steht um 5 Uhr auf – zielt auf 8,5 Stunden Gesamtschlaf ab (Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile geht Laurenz um 21 Uhr ins Bett)
  • Isst nur bis zum frühen Nachmittag, danach nichts mehr – geht mit leerem Magen ins Bett (Anmerkung der Redaktion: Leichter Snack am Nachmittag ist erlaubt)
  • Nimmt Schlaf-Supplements gezielt
  • Macht Ausnahmen in dieser Routine für soziale Anlässe und andere Dinge, die ihm Freude bereiten (Fußball gucken) – bewusst und ohne schlechtes Gewissen

„Wir wollen nicht die perfekte Instagram-Welt zeigen. Wir haben beide Trade-offs, die wir bewusst eingehen. Wichtig ist nur, dass man weiß, was man eingeht – und warum." – Markus

Hinweis: Wo sinnvoll, haben wir weiterführende Artikel und Produkte, über die wir sprechen, hier verlinkt. Wir haben mit den verlinkten Artikeln und Produkten keine Geschäftsbeziehung oder werden für die Nennung vergütet.

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